BÜNDNIS WÄRMEWENDE FFM
Gasausstieg bis 2035
Die Stadt Frankfurt hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu werden. Eine klimafreundliche Wärmeversorgung ist nicht nur ökologisch nötig, sondern senkt auf Dauer Kosten und schützt besonders die Schwächsten.
Wir fordern einen geordneten Gasausstieg bis 2035 und eine soziale Wärmewende sowie mehr Transparenz, Beteiligung und einen Wärmewende-Rat. Für Mieten- und Klimagerechtigkeit!
Aktuelles
Neuigkeiten zur Wärmewende
Spendenaufruf für ein Rechtsgutachten
zur kommunalen Wärmeplanung in Frankfurt
Das Bündnis Wärmewende Frankfurt ist dabei, ein Rechtsgutachten zu beauftragen, um prüfen zu lassen, ob der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung (KWP) für Frankfurt mit dem Hessischen Energiegesetz (HEG) und dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Klimaneutralität Frankfurts bis 2035 vereinbar ist und sammelt dafür Spenden.
Das Problem:
Das Klimareferat der Stadt Frankfurt hat einen Entwurf der KWP durch die Mainova AG – den städtischen Versorger – und das Fraunhofer IFAM erarbeiten lassen.
In dem Entwurf wurden drei mit Zieljahr 2045 „zielkonforme“ Szenarien entwickelt, und anhand von 6 Beurteilungskriterien wurde ein „maßgebliches“ Zielszenario ausgewählt. Nach der Veröffentlichung am 27.März 2026 gab es die gesetzlich vorgeschriebene Möglichkeit zu Stellungnahmen.
In einer 24-seitigen Stellungnahme stellt das Bündnis Wärmewende fest: Der Plan verfehlt die Klimaziele 2035 durch eine unrealistische Modellierung des klimafreundlichen Szenarios 1 und bestimmt das unambitionierteste Szenario 2 als maßgebliches Szenario. Das Klimareferat teilt jedoch der Presse mit, dass die fachliche Erarbeitung bereits abgeschlossen ist; substanzielle Änderungen sind also nicht geplant.
Unser zentraler Kritikpunkt:
Das „maßgebliche“ Szenario 2 sieht eine Steigerung der Gebäudesanierungsrate auf gerade einmal 1,4 % bis 2045 vor – und nicht, wie im Hessischen Energiegesetz (HEG) auf eine Zielquote von 2,5–3 %. Die durchschnittliche Sanierungsrate beträgt dabei 1% pro Jahr; die Wärmeverbrauchsreduktion bis 2045 beträgt 14%. U.a. führt das dazu, dass dieses Szenario 2 bei den äußerst fragwürdigen Bewertungskriterien am kostengünstigsten erscheint und als „maßgebliches“ Szenario ausgewählt wurde.
Was wir planen:
Die KWP ist unserer Meinung nach nicht materiell rechtskonform, da sie bspw. weder mit den Gebäudemodernisierungs-Zielen des HEG noch mit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Klimaneutralität 2035 vereinbar ist. Es gibt noch weitere rechtliche Bedenken. Um zumindest ersteres zu untermauern, wollen wir eine Kanzlei, die sich mit Kommunalrecht und KWPs auskennt, beauftragen, ein Kurzgutachten zu erstellen.
Das Bündnis hat ein Angebot für die Erstellung des Kurzgutachtens erhalten, das auf eine Höhe von 8.330 € (brutto) gedeckelt ist. Dafür brauchen wir Ihre finanzielle Unterstützung! auf der Spendenplattform GoodCrowd!
Warum wir jetzt handeln müssen:
Noch ist nichts beschlossen. Sowohl der Magistrat, als auch die Stadtverordneten-Versammlung und das Regierungspräsidium Darmstadt können Änderungen einfordern. Ein späterer juristischer Weg über Gerichte würde ein Vielfaches an Verfahrenskosten sowie planerische Unsicherheiten für die Frankfurter Bevölkerung und Unternehmen bedeuten. Darum müssen wir jetzt diese Chance nutzen!.
Dieses Gutachten könnte einerseits politisch wirken, wenn es noch vor dem Beschluss der für Anfang Oktober geplanten Stadtverordnetenversammlung vorliegt, und die Abgeordneten überzeugen kann, dass die KWP gesetzes- und beschlusskonform nachgebessert werden muss.
Letztlich muss die KWP der Stadt vom Regierungspräsidium Darmstadt angenommen werden. Spätestens hier könnte dieses Gutachten im Verwaltungshandeln wirken und dafür sorgen, dass die Stadt nicht die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern für viele Jahre zementieren kann. Würde das Gutachten das leisten, hätte es auch Auswirkungen über die Grenzen der Stadt Frankfurt hinaus für andere Kommunen, die sich im Planungsprozess befinden.
Würde die Kanzlei bei der Anfertigung des Kurzgutachtens feststellen, dass dieser konkrete Kritikpunkt nicht greift, würden wir mit den gespendeten Restmitteln entweder versuchen, einen anderen juristischen Hinderungsgrund zu finden, oder den Ansatz abbrechen und sie anteilig zurückzahlen.
An der Spendenaktion können sich sowohl Organisationen als auch Privatpersonen beteiligen.
Die Deadline für Spendenzusagen ist der 15. August

Nächstes Treffen des Bündnis Wärmewende Frankfurt
📆 Mittwoch, 12. August 2026, 18:30 Uhr
🏛️ Villa Gründergeist, Gärtnerweg 62, Nähe Alte Oper
Themen u.a.:
- Rechtsgutachten zur kommunalen Wärmeplanung (KWP)
- wie reagieren wir auf den Beschluss der KWP durch das Stadtparlament?
- Mitarbeit in Fachgruppe "Sozialverträgliche Wärmewende" ?
Protest gegen Mainova Energiepläne

Mitglieder des Frankfurter Bündnisses Wärmewende und von Attac Frankfurt haben am 1.7. vor dem Palmengarten-Gesellschaftshaus gegen die Politik der Energieversorgerin Mainova protestiert.
Ihre Hauptforderungen: Die Stilllegung des Gasnetzes muss jetzt geplant, die Fernwärme klimaneutral und sozial gestaltet werden.
Die Frankfurter Rundschau berichtete darüber:
„Heizen mit Wasserstoff ist wie Duschen mit Champagner“ – Protest gegen Energiepläne in Frankfurt
Drei Vertreter:innen von Klima-Organisationen hielten auf der Versammlung Reden. Die Rede von Karl Höhne kann hier heruntergeladen werden.
An die Aktionäre wurde ein Flugblatt mit Fragen und der Aufforderung verteilt, mit Gedanken an die eigenen Kinder und Enkel sich dafür einzusetzen, dass Mainova alles Notwendige unternimmt, um durch die Verwendung erneuerbarer Energien eine weitere Klimaerwärmung zu bekämpfen.
Zwei Tage später berichtete die Frankfurter Rundschau, dass Frankfurt den 30. Juni als gesetzlich geforderten versäumt hat, um das Konzept zu beschließen, wie die Wärmeversorgung in Frankfurt künftig klimafreundlich geregelt werden soll:
Wärmeplan verpasst: Frankfurt scheitert an wichtiger Frist

Stellungnahme des Bündnis Wärmewende
zur Kommunalen Wärmeplanung:
Grundlegende Überarbeitung nötig!

Die Stadt Frankfurt hat am 2.4.2026 den Entwurf der Kommunalen Wärmeplanung für Frankfurt veröffentlicht.
Das Bündnis Wärmewende Frankfurt kritisiert den Entwurf der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) scharf. In einer 24-seitigen Stellungnahme warnt das Bündnis: Der Plan verfehlt die Klimaziele 2035, ignoriert soziale Gerechtigkeit und zementiert die Abhängigkeit von fossilen Energien.
Der Entwurf der KWP, der am 2. April 2026 veröffentlicht wurde, sieht vor, die Wärmeversorgung Frankfurts erst bis 2045 klimaneutral zu gestalten – ein klarer Bruch mit dem Stadtverordnetenbeschluss von 2022, der Klimaneutralität bereits 2035 vorsieht. Besonders problematisch ist die Wahl von Szenario 2 als maßgebliche Planungsgrundlage:
- Geringste Sanierungsquote (nur 1 % pro Jahr, statt der gesetzlich geforderten 2,5–3 % nach Hessischem Energiegesetz).
- Höchster Gasanteil bis 2045 – trotz der bekannten Klimaschädlichkeit und geopolitischen Risiken fossiler Brennstoffe.
- Keine verbindlichen Gasnetz-Stilllegungspläne, was Mieter:innen und Eigentümer:innen in die Gaskostenfalle treibt.
- Zu wenig Berücksichtigung der sozialen Folgen: Die Wärmewende wird nicht warmmietenneutral gestaltet, und die Belastung für einkommensschwache Haushalte bleibt unberücksichtigt.
Die aktuelle KWP ist kein Plan für die Wärmewende, sondern ein Fahrplan in die Klimakatastrophe. Während andere Städte wie Köln ambitionierte Sanierungsquoten von 2,5 % anpeilen, setzt Frankfurt auf das schlechteste aller Szenarien – mit den höchsten Emissionen, den höchsten Kosten und der größten Abhängigkeit von fossilen Energien.
Ministerin Reiche will Profite für die Gasindustrie retten
Die Bundesregierung will die Wärmewende abwürgen und 20 Millionen Haushalte in die Gaskostenfalle laufen lassen. Statt den Umstieg auf klimafreundliche, erdgasfreie und langfristig günstige Heizungen zu erleichtern, plant die Regierung das Gegenteil: Sie will mit einer “Grüngas-Quote” herumtricksen und uns zum Heizen mit teurem Wasserstoff und Biomethan verpflichten.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) - selbst eng verbandelt mit der Gaswirtschaft - übernimmt dabei die Märchen der Gas-Lobby und vergrößert deren Profite. Zudem setzt sie weiter auf Gasimporte. Doch die fossile Abhängigkeit rächt sich: Durch den Krieg im Iran sind in den letzten Tagen die Öl- und Gaspreise rasant gestiegen. Wer auf Gas setzt, importiert nicht nur Klimaschäden, sondern auch Unsicherheit und unberechenbare Kosten. Für uns Betroffene bedeutet das alles: Weniger Klimaschutz und weiter steigende Gas-Rechnungen!
Studien rechnen mit einer Verdopplung der Heizrechnung schon bis 2035. Rund 2000 Euro Mehrkosten kommen dann auf eine vierköpfige Familie zu. Mit wenigen Klicks kann mit dem Gaskostenrechner eine Prognose der Heizrechnungen bis zum Jahr 2045 berechnet werden.
Deshalb machen wir zusammen mit GermanZero Druck und fordern in einer Petition von der Bundesregierung:
STOPPT das Rein-in-die-Gaskostenfalle-Gesetz
STARTET das Raus-aus-der-Gaskostenfalle-Förderprogramm!
Aktueller Lösungsvorschlag des Deutschen Mieterbunds und des Bundesverbands der Verbraucherzentralen für eine Mieterschutz-Regelung: Ein relativer Heizkostendeckel. Die Maximalhöhe der Wärmekosten für Mieter entspricht dadurch dem Preis der wirtschaftlichsten Heizungsoption – den Energiekosten für eine effiziente Wärmepumpe.


Das Video der Podiumsdiskussion ist fertig


Das Video zu der Veranstaltung "Wärmewende ja! ... aber wie?" am 23.9. ist nun verfügbar. Ca. 180 Teilnehmer:innen folgten den interessanten Beiträgen von Expert:innen zu dem Stand der kommunalen Wärmeplanung in Frankfurt.
Sehen Sie hier das Video mit der Aufzeichnung der gesamten Veranstaltung.
Auf dem Podium sprachen:
- Prof. Dr. Joachim Curtius, Uni Frankfurt, Institut für Atmosphäre und Umwelt
- Martin Giehl – Mitglied im Vorstand der Mainova AG
- Dr. Helmut Paschlau, Netzwerk Saubere Energie München (NSEM)
- Conny Petzold – Verein „Mieter helfen Mietern“
- Dr. Thomas Seifert, Scientists For Future
- Tina Zapf-Rodriguez, Stadträtin, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen
Moderation: Anea Lang, Klimaentscheid
Mehr Info zu dieser Veranstaltung finden Sie hier.
Vielen Dank an Dr. Klaus Sparwasser für das Video!
Klaus ist unabhängiger Filmemacher und arbeitet an Dokumentarfilmen über Klimakrise, soziale Gerechtigkeit und Widerstand – als konsequente Fortsetzung seines Films "System Change - A Story of growing resistance".
Hier können Sie seine Arbeit unterstützen.
Unsere Mission

Bis Juni 2026 muss Frankfurt laut Gesetz die “Kommunale Wärmeplanung” veröffentlichen! Diese wird einen Großteil der Frankfurter:innen sehr persönlich und direkt betreffen.
Wir haben also noch ca. bis Ende 2025 die Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen.
Inzwischen hat sich ein Bündnis zusammengefunden und ein Positionspapier entwickelt.
Dieses Positionspapier unter dem Motto “Soziale Wärmewende jetzt! Raus aus Gas bis 2035!” enthält 11 Forderungen.
Viele relevanten Infos zur Wärmewende findet ihr in dieser Linksammlung
Gasausstieg jetzt, sonst wird es sehr teuer!
Öl und Gas in 20 Jahren dreimal so teuer?
Die gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online geht davon aus, dass die Heizkosten in den kommenden Jahren steigen werden. Neben der allgemeinen Preissteigerung liege dies auch an Entwicklungen der einzelnen Energieträger. Die Kosten beim Heizen mit Gas und Öl würden am stärksten steigen. "In 20 Jahren werden sie etwa dreimal so hoch sein wie heute", prognostiziert co2online.
Gründe seien vor allem der steigende CO2-Preis und höhere Gasnetzgebühren wegen sinkender Kundenzahlen. Bei Fernwärme und Holzpellets sei in den nächsten 20 Jahren mit einer Verdoppelung der Kosten zu rechnen. Am günstigsten entwickeln sich laut der co2online-Prognose die Kosten beim Heizen mit Wärmepumpen. "Hier wirken bessere politische Rahmenbedingungen und eine steigende Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien kostendämpfend.
Quelle: Heizkosten steigen 2025 wieder deutlich | tagesschau.de
Preise verschiedener Wärmearten
Am Beispiel einer durchschnittliche 70 Quadratmeter große Wohnung im Mehrfamilienhaus, Abrechnungsjahr 2024.

CO2-Emissionen verschiedener Wärmearten
Am Beispiel einer durchschnittliche 70 Quadratmeter große Wohnung im Mehrfamilienhaus, Abrechnungsjahr 2024. (Bei Erdgas ohne CO2-Equivalenzen für Methan Emissionen bei Förderung und Transport)

Entwicklung der Heizkosten bei verschiedenen Wärmearten
Am Beispiel einer durchschnittliche 70 Quadratmeter große Wohnung im Mehrfamilienhaus, Stand 9/2025.

Die tatsächlichen gesellschaftlichen Kosten von CO2-Emissionen
Die tatsächlichen gesellschaftlichen Kosten unter Berücksichtigung der kommenden Generationen kalkuliert das Bundesumweltamt für das Jahr 2026 mit 900€ pro Tonne CO2.
Der CO2-Preis in Deutschland beträgt z.Zt. 65€. Je ärmer die Menschen sind, desto weniger haben sie zur Entstehung der Klimakosten beigetragen. Umgekehrt steigt die Verantwortlichkeit mit dem Reichtum der Menschen, exponentzial im Bereich des reichsten Prozent. Dies zeigt ein Dokument von Oxfam zur Klimakluft in Deutschland. Das bedeutet, dass die nicht im Preis enthaltenen restlichen 835€ zu großen Teilen zu Lasten derjenigen gehen, die am wenigsten oder gar nicht dafür verantwortlich sind, die ärmeren Teile der Bevölkerung und die kommenden Generationen.
Aber Lenkungswirkung über Preise sind immer so ungerecht, wie die Gesellschaft. Das ließe sich aber schon über ein einfaches pauschal pro Kopf zurückgezahltes Klimageld ausgleichen. Die untere Hälfte der Bevölkerung würde bei dem vom Umweltbundesamt empfohlenen Preis für Treibhausgase im Durchschnitt unter dem Strich ca. 2000€ gewinnen. Das lässt ein wenig erahnen, wer die nicht berücksichtigten Klimaschulden national betrachtet Jahr für Jahr anhäuft und wen sie über Gebühr belasten bzw. auf diese Weise entlasten würden.
Klimaschutz selbst wird um diesen nicht berücksichtigten Preis unterbewertet. Zumindest in gemeinnützigen Planungen wie der kommunalen Wärmeplanung sollten diese tatsächlichen gesellschaftlichen Kosten der Treibhausgasemissionen berücksichtigt und damit der tatsächliche Wert von Klimaschutz anerkannt werden. Alles andere ist Selbstbetrug bzw. Betrug an den Ärmeren und den kommenden Generationen. Ambitionierterer Klimaschutz, ein wesentlich schnelleres Sanierungstempo und ein schnellerer Gasausstieg rechnen sich, wenn die tatsächlichen Kosten fossilen Gases berücksichtigt würden.
Mitmachen
Schließen Sie sich uns an und unterstützen Sie unsere Vision einer sozialen Wärmewende in Frankfurt!
Kontaktieren Sie uns per eMail und wir informieren Sie über Mitwirkungsmöglichkeiten.
Wir suchen Menschen, die neben vielem Anderen gerne.....
- Texte für Flyer, Pressemeldungen, Social Media entwerfen
- Veranstaltungen planen und organisieren
- mit Menschen reden und Kontakte aufbauen
- gute Laune verbreiten
- Spaß an graphischer Gestaltung haben
- erfolgversprechende Strategien entwickeln
- Webseiten pflegen
- organisieren
- Anfragen beantworten
- Banner malen
- Recherchieren
- mit Politiker:innen reden
- Haustürgespräche führen
- auf Veranstaltungen Musizieren oder Singen
Für Flyer, Banner, die Webseite u.a. entstehen immer wieder Kosten, deshalb freuen wir uns immer über eine Spende.
